Jutta Himmighofen-Strack

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Wir suchen DICH! Friedberg, März 2016

Kunde: Hofbäckerei Mörler
Leistungen: Redaktion

„Back es an…“

 Das Backhandwerk lernen? Ab September diesen Jahres ist dies bei der Hofbäckerei Mörler in Friedbergs Altstadt möglich. Bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten gehen die Geschäftsführer Steffen Mörler und Steffen Schill auch neue Wege – und stellen einen Bewerbungsclip in youtube ein. Hier finden Sie den Clip

„Wir wollen mit unserem Clip einfach Lust machen und Neugier wecken auf unseren Beruf“, erzählt Steffen Schill. Das sei mit einer klassischen Stellenanzeige alleine heute nicht mehr zu leisten, davon ist der jüngere Teil des Geschäftsführer-Duos überzeugt. Da spricht er aus eigener Erfahrung. Mit 14 Jahren, noch Schüler, stand er eines Tages in der Backstube der Familie Mörler und wollte anpacken. Das ist bis heute so geblieben. Nur dass er nicht mehr als Praktikant in der Hofbäckerei arbeitet, sondern als Meister und Geschäftsführer. Ihn hatte von Anfang an die Leidenschaft gepackt. Grundsolides Handwerk mit Kreativität zu verbinden, das war hier möglich. Das verband ihn von Anfang an mit Steffen Mörler, der in dritter Generation die Bäckerei in Friedbergs Altstadt führt. Nach dem Abschluss der Realschule begann er eine um ein halbes Jahr verkürzte Ausbildung, die mit Hauptschulabschluss normalerweise drei Jahre dauert. Einmal in der Woche war Berufsschultag. Idealerweise direkt in Friedberg – in der Philip-Reis-Schule. „Das war prima, weil ich danach keine Fahrwege mehr hatte und meine Freizeit genießen konnte“. Doch schon damals hatte ihn der Ehrgeiz gepackt, der von seinem damaligen „Chef“ nicht nur gern gesehen, sondern auch unterstützt wurde. Auch wenn dies bedeutete, dass er seinen Mitarbeiter für ein halbes Jahr gehen lassen musste. Das Ziel war die Akademie Weinheim, die in Fachkreisen hochgelobte Meisterschmiede. Mit 20 Jahren war es dann so weit: Steffen Schill war Meister und Betriebswert des Bäckerhandwerks und vier Jahre später übernahm er die Geschäftsführung gemeinsam mit Steffen Mörler.

 

Für Steffen Schill steht die Begeisterung für seinen Beruf an erster Stelle. „Bei unserem Beruf sind fast alle Sinne gefordert“. „Fühlen, schmecken, riechen und natürlich auch sehen“. „Schließlich, schmunzelt er, isst das Auge mit“. Er verschweigt nicht, dass der Beruf auch Kraft kostet. Die Nächte gehen sehr schnell vorbei, denn jeder Handgriff muss sitzen und es gibt so gut wie keine Langeweile. „Aber genau das macht mir Freude“. Es ist sei eine Art sportliche Herausforderung im Zeitplan zu bleiben und dass bei höchsten Qualitätsansprüchen.“ Und es sei ein Mannschaftssport. „Nur wenn das Team Hand in Hand arbeitet, liegen unsere Backwaren pünktlich am Morgen unseren Läden in Friedberg und in Bad Nauheim“, erklärt der 24-jährige Bäckermeister.

 

Steffen Schill ist davon überzeugt, dass es auch heute Jugendliche gibt, die sich für seinen Beruf begeistern können. Aber sie müssten die Gelegenheit haben, es auszuprobieren. Die wollen Steffen Schill und Steffen Mörler tun. Es reichten schon ein paar Tage um herauszufinden, ob man sich z.B. auf den erstmal ungewohnten Nachtrhythmus einlassen will oder kann. Das ist sicher nicht für jeden das richtige. Aber das wisse man erst, wenn man es probiert hat.

 

 

 

 

 

 

 

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